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Freitag, 7. September 2012

was die Bäume hergeben...wird eingekocht

Hi Fia,

neulich bin ich durch Zufall K. über den Weg gelaufen. Sie erzählte mir, dass sie am Nachmittag in ihrem Garten die ersten Zwetschgen ernten wird - ob ich nicht Lust hätte, mitzuernten?
Aber hallo, klar doch! Gesagt getan, zwei Erwachsene, und drei Kinder standen nachmittags auf Leitern, und ernteten kiloweise Zwetschgen, und auch die ersten Äpfel.






Die nächsten Tage habe ich damit zugebracht, alles zu verarbeiten: in einen Datschi,einige Gläser Apfelgelee mit Whiskey, 24 Gläser Zwetschgenmarmelade und14 Gläser Zwetschgenmus (dafür werden die Zwetschgen in einer Reine im Ofen ca. 2 Stunden lang eingeköchelt, dann püriert, und nochmal mit Zucker, Zimt, Muskat und Nelken dicklich eingekocht. Schmeckt herrlich zu Joghurt!).
Aus den Bergen von Zwetschgenkernen habe ich flaschenweise Zwetschgenkernschnaps angesetzt.





















Dazu werden die Zwetschgenkerne (möglichst ohne Fruchtfleisch) mit Zucker und Korn angesetzt, immer wieder mal geschüttelt, und man hat nach einigen Monaten einen tollen Schnaps / Likör, der fast wie Amaretto schmeckt - arme Leute Amaretto. Oder Armer-Reto. ;)

Fein fein fein.



















Vorgestern dann hab ich die ersten Holunderbeeren geerntet, und heute zu feinstem Holundergelee eingekocht. Danke an das Schyrenbad - dort hatte ich schon den ganzen Sommer über die tollen Holunderbüsche beobachtet, und hab gestern einfach gefragt, ob ich sie abernten dürfe - ich durfte, dafür haben die Freibadmitarbeiter gestern frisches Gelee geliefert bekommen. Das war toll, denn die Büsche hingen fast bis zum Boden voll mit reifen Holunderbeeren, somit blieb mir das "Angeln" mit dem Regenschirm erspart, um an die höher gelegenen Äste zu kommen.




















Bin gespannt, was es noch zu ernten gibt demnächst...

Bussi
Voni

Mittwoch, 8. August 2012

Senfgurken und Markterinnerung

Hallo Fia,

erinnerst du dich an unsere Zeiten am Markt, als wir Gurken, Oliven, Kräuter und Gewürze verkauft haben? Der schönste erste Job, den man haben kann. Wenngleich auch extrem hart; bei -20°C stand ich da, die Hände binnen weniger Minuten klamm, die Füsse Eisklötze; aber auch bei +37°C, kein Windhauch kam vorbei.
Was mir sehr in Erinnerung geblieben sind, sind die jeweiligen Gerüche in den verschiedenen Jahreszeiten - das Basilikum in großen Büscheln im Sommer, der laue Essiggeruch von den eingelegten Gurken, die Brise frischer Knoblauch, wenn der junge Knoblauch kam, ab und zu ein Lavendelhauch vom Duftstand vis-à-vis.
Dort habe ich meine Liebe zu Oliven entdeckt - und zu Senfgurken. Seit Jahren nun schon möchte ich endlich mal selbst Gurken einlegen, und als ich neulich richtig große Gärtnergurken entdeckt habe, habe ich nicht lang gefackelt und mir zwei mitgenommen.


Zu Hause dann - es sollte schnell gehen, ich wollte nicht noch lang ein Rezept raussuchen müssen, habe ich frei Schnauze meinen Sud angesetzt aus Senfkörnern, Zucker, Essig, Wasser, Kaffirlimonenblättern und anderen Gewürzen, die ich für angemessen hielt - unter anderem auch Schwarzkümmel.
Alles aufgekocht und heiss auf die geschnittenen Gurken in die ausgespülten Gläser gegeben, und verschlossen.
Ich muss sagen, für das erste Mal ein voller Erfolg, wie wir im Biergarten antesten konnten.
Das nächste Mal mach ich den Sud vielleicht nicht ganz so konzentriert, sondern in einer milderen Variante.


  
Aber dafür, dass es ohne Geduld, aber mit viel Liebe gemacht wurde: ein Traum.
Ich freu mich auf meine Senfgurken, die ich jetzt nach und nach verspeisen werde....